Google Chrome 76

Am 30. Juli ist es offiziell geworden. Die neueste Version von Google Chrome ist da. Letztes Jahr waren die Ärzte am Stärksten von den Neuerungen des Algorithmus betroffen, so dass sie den Spitznamen Google Medic Update tragen. „Verlierer“ ist aber diesmal die Presse mit kostenpflichtigen Inhalten. Was ändert sich für die Praxis? Und warum sollte man sich dafür interessieren?

Was ändert sich mit Chrome 76?

Die neue Version von Chrome ist angekommen. Zuerst schließt sie 43 Sicherheitslücken, von welchen fünf als hoch eingestuft sind. Als Verbraucher kann die Version nur weiterempfohlen werden.

Ende des Paywalls?

In vielen Artikeln wird betont, dass die Verlierer dieser neuen Version von Google Chrome die Presseorganen sind, die kostenpflichtigen Artikel anbieten.
Sie kenne es. Man liest sich ein paar Artikel um sonst oder 75% eines Artikels und später muss man sich abonnieren, wenn man den Rest weiterlesen möchte. Solche Seiten funktionieren mit sogenannten „Metered Paywall“.
Bis dato erkannten die Seite die Anzahl der Sessionen, auch wenn die Navigation im Inkognito-Modus stattfindet. Jetzt wird eine Prüfung durch die Seite, ob das FileSystem API deaktiviert wurde, nicht mehr möglich.

Inkognito-Modus

Anders als bei letztjährigem Google Medic Update, wo die YMYL-Seiten bewusst gezielt waren, handelt es sich für die Abo-Presse um Nebenwirkungen anderer Maßnahmen.
Chrome 76 blockiert keineswegs die Metered Paywall, sondern ermöglicht eine Umgehung dank eines vertieften Privatmodus.
Im Privatmodus surfen die Nutzer auf solchen Seiten ab jetzt wirklich inkognito und eine Online-Zeitung ist nicht mehr in der Lage, Ihrem Besuch zuzuordnen.
So betrachtet ist die aktuelle Version von dem Browser doch relevant für Zahnärzte und Kieferorthopäden, die eine Praxis-Homepage betreiben.

Was muss sich die Praxis merken?

Inkognito-Modus
Eine moderne Zahnarztpraxis ist längst in die Ära des Big Data getreten. Wenn es nicht Ihr Fall ist, können Sie sich auf dieser Seite über Tools für Tracking und Daten-Analyse erkündigen. Mit dem realen Inkognito-Modus wird erstens die Datenverarbeitung erschwert. Genauer gesagt werden Daten fehlen. Ohne vollständige Daten wird die Analyse gefälscht.
Zweitens lässt sich vermuten, dass Remarketing und Retargeting Maßnahmen dadurch an Effizienz verlieren werden.
Langfristig wird sich wahrscheinlich eine Wirkung für die Sessionen mit dem Browser zeigen. Mehr neue Nutzer und weniger wiederkehrende Besucher? Änderungen bei den Kohorten?
Es lässt sich vieles mutmaßen.

Flash vergessen
Flash erlaubt die Gestaltung von sehr schönen Webseiten. Seit langem ist die Nutzung von Flash durch das Aktivieren des Plug-in möglich. Demnächst wird das Plug-in mir nichts dir nichts verbannt. Wer mit seiner Webseite zukünftig in den Suchmaschinen punkten möchte, vergisst einfach Flash. (Und das gilt nicht nur für Chrome-Nutzer)

Progressive Web Apps
PWAs sind eine Mischung von einer Webseiten mit HTML5 und CSS3 und einer Applikation mit einem optimierten Caching der Offline-Funktionalitäten.
Google sucht regelmäßiger nach eventuellen Updates (täglich) und versucht eine Installation zu zwingen, in dem er ständig auf die Möglichkeit hinweist.
Auch wenn es für jeden Zahnarzt nicht nötig ist, eine App für die Praxis zu programmmieren, sollte man auf das Thema aufmerksam bleiben. Es ist vor allem ein Zeichen, dass mobiles Surfen immer bedeutsamer wird. Wenigstens sollte jeder eine responsive Webseite anbieten.
Mit dem SEO-Check wird die Responsivity auf 36 Modellen von 9 Marken in zwei Formaten überprüft.

URL-Adresse

Diese Änderung haben Sie vielleicht selber schon bemerkt, wenn Sie Google Chrome als persönlichen Browser verwenden. Die URL-Adresse wird in der Adressleiste nicht mehr vollständig angezeigt.
Die Subdomains verschwanden bereits letztes Jahr und auf Handy waren nur die Domains eingeblendet. Jetzt blendet Chrome die https:// und www aus.
Diese Maßnahme sorgt für Ärger bei einigen Usern. Für die meisten Nutzer gelten URLs als zu kompliziert und viele Bestandteile als irrelevant.
Für die Praxis-Webseite kann es die Gelegenheit sein, die Weiterleitungen und eventuellen Duplicates der Webseite zu prüfen.

 

Warum soll sich die Praxis mit den Browsern befassen?

In dem Fall sind die Chrome-Erneuerungen vom 30. Juli nicht entscheidend für Praxis-Webseiten. Es sind eher eine Reihe von Kleinigkeiten, die man berücksichtigen muss. Unter anderem, um die Daten verarbeiten zu können. Wichtigere Änderungen könnten dennoch vorgenommen werden.

Browser ausschlaggebend

 Sie haben eine tolle Seite für die Praxis konzipiert. Diese wurde von Profis programmiert und ist für die Suchmaschinen optimiert.
Dies heißt technisch, dass die Ressourcen minimiert oder deren Parsen verzogen wurden. Noch besser: Sie haben die Bilder optimiert und ein Format benutzt, was die Größe ohne Qualitätsverlust reduziert.
Problem: die Praxis-Webseite wird nicht in allen Browser richtig dargestellt.

Die meisten Ressourcen einer sind Skripte (in javascript), welche von den Browsern direkt interpretiert werden. Pop-Ups zum Beispiel.
Einige Maßnahmen, die die Webseite optimieren, verhindern manchmal das Rendering durch gewisse Browser. 
Bei Änderung in der Programmierung oder in der Gestaltung der Praxis-Webseite sollte reintheoretisch die Darstellung in jedem Browser (und für jeder noch vorhandene Version) überprüft werden.

 

ADeveria Timleine of web browsers CC BY-SA 3.0

Google Chrome Marktführer

Vor 15 Jahren war der Browser von Microsoft IE Internet Explorer eindeutig Marktführer. Nach wiederholten Skandalen wegen Sicherheitslücken ließ Internet Explorer einen großen Anteil an Mozilla Firefox und später brachte Google seinen eigenen Browser auf den Markt.
Statistik: Marktanteile der führenden Browserfamilien an der Internetnutzung weltweit von Januar 2009 bis Mai 2019 | Statista

Google Chrome ist heute mit 69% Marktanteil weltweit am Wichtigsten und es lässt sich nicht leugnen, dass die Tendenz steigernd ist. Dennoch sind es noch 31%, die einen anderen Browser nutzen und die nicht vernachlässigt werden können.

Die deutsche Ausnahme

Deutschland gilt aber als die europäische Ausnahme. Im Juni 2015 war Mozilla Firefox bundesweit Marktführer und noch vor dem Browser von Google.
Wilbysuffolk Stat Counter CC BY-SA 4.0

Die Überprüfung der Darstellung in allen Browsern ist sehr aufwändig und natürlich hat man in der Praxis keine Zeit dafür.
Wenn Sie ein bisschen Zeit sparen möchten, gebe ich Ihnen den Link zu einem Cross-Browser Testing, womit Sie alles testen können, ohne alle Browser installieren und starten zu müssen.

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