Wie verrückt ist der verrückteste Kieferorthopäde?

Der Kinospot von diesem Kieferorthopäde ist nicht der Neueste. Aber mir bringt er immer noch zum Lächeln. Ein Freiburger Kieferorthopäde stellt sich und seine Praxis vor. Mit unkonventionellem Humor, mit Techno-Musik und mit einem gewissen Sinn für Provokation.

Der Regisseur kann gelobt werden. Die Sequenzen sind prägnant und voller Rythmus. Ein gelungener Kinospot, an den man sich noch nach dem Film erinnert.

Content Marketing ist in der Medizin angesichts der zahlreichen juristischen Beschränkungen  immer kritisch. Für Sensation zu sorgen kann schnell mit der Zwang ,sachliche Informationen zu liefern, in Widerspruch geraten.
Ich bin kein Jurist. Mir fällt aber in diesem Kinospotr erstmal nichts auf, was sich als anfechtbar erweisen könnte.

Lohnt sich das, der verrückteste zu sein?

Eindeutig wirkt der Kinospot auf das Image des Kieferorthopäden und darüber hinaus auf das Image der ganzen Praxis. Auch wenn sich für mich keine der üblichen Indikatoren für dieses Media nachvollziehen lässt (hier wären GRP, TKP und CPR von Bedeutung), können wir andere Aspekte bei der Patientenakquise und Hinweise unter die Luppe nehmen.

 

Positive Kommentare

Der Regisseur hat das Video auf Youtube online gestellt. Es sind mehrere Tausende Aufrufe (über 20000). Dabei sind nur 6 Kommentare verfasst worden.
Alle sind positiv. Toll gemacht, kreativ. Ich schließe mich diesen Meinungen auch an. Zwei Kommentare haben aber meine Aufmerksamkeit gelenkt.

Humor und Kreativität sind nicht die Qualitäten, welche bei einem Kieferorthopäde gesucht werden. Im Gegenteil erwarten Patienten (umso wahrer für Privatpatienten), dass die Praxis seriös ist und die Techniken/Technologien zwar modern aber anerkannt sind.

Google hat diese Kriterien für sich übernommen und in seinen Algorithmus integriert, was zu YMYL-Seiten und E-A-T-Prinzipien geführt hat.

Von Google bestraft?

Das wäre die nächste Frage. Wenn Google für die Indexierung von Praxis-Homepage auf Vertrauenswürdigkeit und Autorität setzt, sollten solche Kinospots bestraft werden.
Nein, natürlich nicht. Eine humoristische Werbespot wird nicht von Google bestraft. Es mag selbstverständlich sein, wenn ich dies schreibe. Das ist es auch. Aber es bringt uns dazu, Überlegungen über das Funktionieren des Google-Algorithmus für YMYL-Seiten.
 

Authority durch Backlinks

Google ist in Deutschland die marktführende Suchmaschine. Es ist und bleibt immerhin eine Maschine. Künstliche Intelligenz und Automation werden heutzutage ständig thematisiert. Aber noch sind die Maschinen nicht so weit, um solche Urteile über die Seriosität des Inhalts abzugeben.
Die Webseite erhält ihre Autorität durch die Anzahl der Backlinks.

Ich habe also gegoogelt und für die wichtigsten Keywords war die Praxis-Webseite immer in den obersten 3 Positionen der Suchergebnisse. 

Diese gute Ergebnisse sind dennoch nicht auf die Werbe-Kampagne im Kino zurückzuführen. Der Kinospot entpuppte sich nicht als virale Sensation… auch nicht lokal. 

Die Praxis-Homepage zeigt folgende Werte: 
Domain Authority: 21
Page Authority: 24
Backlinks: 78

Diese Werte sind für eine lokale KFO-Praxis völlig in Ordnung aber auch nicht überdurchschnittlich.

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