Jameda muss Profil löschen!

In Karlsruhe ist die Entscheidung gefallen. Sie betrifft keinen Zahnarzt sondern eine Hautärztin, diese sollte aber für Ärzte aller Fachrichtungen und darüber hinaus für alle Bwertungsportalen gelten.

Jameda muss das Profil der Ärztin und die damit verbundenen Daten vollständig löschen.

Die Hautärztin war der Meinung, dass ihr Persönlichkeitsrecht verletzt war. Dem Bundesgerichtshof  nach überwiege das Recht der Hautärztin bzw. ihr Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.

Bewertungen = Meinungsfreiheit

Ein Argument für die Bewertungsportale ist die Meinungsfreiheit. Jeder ist berechtigt, über die ärztlichen Leistungen Kritik zu üben und seine eigene Empfehlung zu geben. Dieses Grundprinzip, das keiner hier in Frage stellt, wird gern hervorgerufen, als Gegen-Argument für das Löschen von Bewertungen.

Kann es noch neutral sein?

Das Geschäftsmodell des Bewertungsportal vergab dennoch dem Fall eine neue Dimension.
Auf dem „ungepflegten“ Profil der Dermatologin waren Werbeanzeigen von zahlenden Ärzten geschaltet. Nur wenn der Arzt bezahlt, werden keine Werbungen im Profil eingeblendet. 
Der BGH in Karlsruhe betrachtete, dass Jameda durch das Geschäftsmodell die für das Portal gebotene Neutralität verlassen habe.

Das Profil der Dermatologin aus Köln muss infolgedessen vom Portal vollständig gelöscht werden.

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